Jubiläumsjahr 2018

„Bühne frei“ begeistert mit Schauspiel und Musik


Eigentlich ist es ganz einfach: multipliziert man das Jubiläum der schuleigenen Ausbildungsmesse, die Ende Januar zum 10. Mal in Folge stattgefunden hat, mit der Zahl der bisherigen Schulkonzerte – fünf an der Zahl – so erhält man als Produkt die Zahl 50. Und vor genau 50 Jahren wurde der Grundstein für die Salzer Schule gelegt. Der Kreis schließt sich. Am 7. Februar wurde den Zuschauern in der bis auf den letzten Stuhl gefüllten Sporthalle der Realschule plus Salz wieder einmal ein abwechslungsreiches Programm geboten.

In acht Szenen, die alle von Frau Jaqueline Bauer geschrieben und von ihrer Klasse 7d einstudiert worden waren, wurde den Zuschauern ein Schultag im Jahr 2018 nähergebracht – es gab einiges zu lachen. Zu Beginn der ersten Szene hörten die Zuschauer ein nur allzu vertrautes und doch in den Ohren auf Gegenwehr stoßendes Geräusch: ein Weckerklingeln – doch die zu weckende Person schien irgendwie kein gesteigertes Interesse daran zu haben, alsbald das Bett zu verlassen. Das lag wohl auch an den von der Musik-AG vorgetragenen sanft klingenden Liedern, die nicht nur den Schlafenden durch ihre Phantasie-Sprache ins Reich der Träume entführten. Die Frau tat ihr bestes, ihren Gemahl zu überzeugen, endlich aufzustehen und zur Schule zu gehen – schließlich sei er doch der Schulleiter! So machte er sich auf den Weg zur Schule, wo sich zwei Jungen vor Beginn des Unterrichts fragten, ob Lehrer eigentlich Spaß an der Schule hätten. Ihr eigener Spaß wurde bereits vor Schulbeginn dadurch gedämpft, dass dieser Tag ausgerechnet mit einer Musikstunde beginnen musste. Doch zwei schmissige Lieder, die teilweise sogar mehrstimmig gesungen und von Percussion unterstützt wurden (Klassen 5a, 5b, 5d und 6b, Frau Katharina Brockamp), bewiesen das Gegenteil. Die darauf folgende Stunde – Sportunterricht stand auf dem Plan – wurde mit dem Rhythmus des Becherlieds (Klasse 7c, Herr Alexander Epp) eingeleitet. Dort versuchten Lehrer und Schüler sich gegenseitig davon zu überzeugen, was im Leben wichtiger ist: Sport oder RitterSport. Mit weisen Sprüchen wie „Egal, wie schnell du läufst: du bist schneller als alle, die auf der Couch liegen“ versuchte die Sportlehrkraft, die lahmen Enten zum Laufen zu animieren. Nach dem Basketball-Stomp (Klasse 8c, Frau Nicola Heibel) war die Sportstunde beendet und die Szenerie wechselte ins Lehrerzimmer und auf den Schulhof. Im Lehrerzimmer sah man Lehrer zur Kaffeemaschine schlurfen und „Oh Mann, diese Schüler“ vor sich hinmurmeln, während vom Schulhof „Oh Mann, diese Lehrer“ zu hören war. Ob es an gegenseitigem Verständnis mangelte? Ein Flashmob, der auf einen Line Dance amerikanischer Cowboys folgte (Klassen 7b und 7c, Frau Brockamp), verdeutlichte, dass die Schülerinnen und Schüler – wenn es nach ihnen ginge – keine Erziehung nötig hätten. Nachdem ein Lehrer erfolglos versucht hatte, sich über einen Kollegen bei dessen Frau zu beschweren, spielte die Kollegiumsband. Gut, dass nach der anstrengenden Sportstunde eine Biologiestunde folgte. In dieser galt es, die mitgebrachten Ausarbeitungen zum Thema „Säugetier“ vorzulesen. Eine Freiwillige präsentierte bereitwillig ihre Arbeit mit dem Titel „Ein seltenes Säugetier – Der Lehrer“ und berichtete über das natürliche Vorkommen dieser seltenen Spezies: vor der Tafel, neben der Tafel oder hinter dem Projektor – auch heute noch ließen sich Vertreter dieser Tierart finden. Ihre Lehrerin zeigte wenig Verständnis für die Themenwahl, zumal Lehrer schließlich keine eigene Art darstellten. Die Schülerin wirkte verdutzt, hatte ihre Mutter ihr doch gesagt, dass Lehrer eigenartig wären. Warum sagte ihre Lehrerin nun, Lehrer wären keine eigene Art?

Es folgte Deutsch in der 10. Klasse: Niemand anderes als Erich Kästner selbst hielt den Schülerinnen und Schülern zu Stundenbeginn seine Ansprache zum Schulbeginn, die – wie könnte es anders sein – passend zum Schuljubiläum vor genau 50 Jahren veröffentlicht worden ist. Anschließend rezitierten die Zehntklässlerinnen und Zehntklässler Schillers Bürgschaft (Klasse 10d, Frau Brockamp). Typisch für das Fach Deutsch sollte nun das Schreiben eines Aufsatzes folgen. Dumm nur, dass die Lehrerin davon sprach, diesen Aufsatz schreiben zu wollen, und die Schüler diesen Wunsch ganz und gar nicht teilten… Damals in der Grundschule, so die Auffassung der Darsteller, hatte Deutsch noch Spaß gemacht, was nicht zuletzt an der Deutschlehrerin selbst lag, die zum Verlieben schön gewesen sein muss. Die Zeit verging durch endloses Diskutieren und Gequatsche wie im Fluge, so dass die derzeitige Deutschlehrerin vor dem Klingeln weder Hausaufgaben noch Strafarbeiten verkünden konnte.

Gelungen präsentierten sich auch die beiden Klarinettisten Elias Baldus (Klasse 6b) und Maurice Pinkel (Klasse 5d) sowie die Saxophonistin Marlene Zeidler (Klasse 5d), die nach nur wenigen Proben gemeinsam musizierten. Auch hier musiziert Potential für die nächsten Jahre! Dass auch in der Schule nicht immer Eintracht herrscht, griff die Musik-AG in ihrem Stück auf. Auch die erfahrenen Streitschlichter der Realschule plus Salz hatten dazu eine typische Schulhofszene vorbereitet. Dort hatte es einen Streitfall gegeben, der geschlichtet werden musste. Auch die Handpantomime des evangelischen Religionskurses der Jahrgangsstufe 6 betonte, dass jeder von uns Verantwortung trägt und zum Handeln bereit sein muss.

Und so war die Schule endlich aus. Doch es war nicht alle Tage, die Schule kommt morgen wieder, keine Frage… Zum Abschluss der Veranstaltung rockte Selina Weller (Klasse 10c) solistisch – unterstützt von Herrn Epp an der Gitarre und Herrn Spangenberger am Schlagzeug – noch einmal die Halle.

Nach dem Schulkonzert ist vor dem Schulkonzert: man darf gespannt sein, welchem Thema sich die Arbeitsgemeinschaft und die beteiligten Schulklassen beim nächsten Mal widmen werden. Kinder sind unsere Zukunft – mögen musikalisch oder schauspielerisch interessierte Kinder auch in den nächsten Jahren wieder unser Leben mit ihrer Kreativität und ihrem Können bereichern.

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Schülerinnen und Schüler in Aktion während des Schulkonzerts 2018


Foto/Text: C. Wolf